Prof. Dr. Ch. Kottmeier
Wichtige Ergebnisse des Forschungsvorhabens COPS sind im Jahr 2011 in einem Sonderband des „Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society“ erschienen. In 21 Aufsätzen werden die experimentellen Befunde zur Auslösung konvektiven Niederschlags mit den Prognosen unterschiedlicher Wettervorhersagemodelle verglichen und bewertet. Ansätze zur Verbesserung der Niederschlagsvorhersage werden abgeleitet. Zugang zu den Veröffentlichungen finden Sie hier.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat im Jahr 2004 aufgrund einer Initiative deutscher meteorologischer Institute, u.a. des IMK-TRO, und des Deutschen Wetterdienstes ein Schwerpunktprogramm "Quantitative Niederschlagsvorhersage" (SPP 1167) eingerichtet (Abkuerzung PQP). Im Programm PQP wird ein großes Feldmessprogramm COPS (Convective and Orographically-induced Precipitation Study) zur Niederschlagsentstehung im süddeutschen Mittelgebirgsraum durchgeführt, das vom Institut fuer Physik und Meteorologie der Universität Stuttgart-Hohenheim (Prof. V. Wulfmeyer) koordiniert wird und vom IMK-TRO (Prof. Ch. Kottmeier) organisatorisch und experimentell maßgeblich mitgetragen wird.
Motivation und Messstrategie
Die Quantitative Niederschlagsvorhersage (QNV) ist vielfach noch so ungenau, dass sie für wichtige Anwendungen, wie z.B die Hydrologie, kaum genutzt werden kann. Die Schwächensind zur Zeit (a) die mangelhafte Erfassung der Komponenten des Wasserkreislaufs, (b) die nicht aufgelösten Strukturen, sowie Fehler in den Anfangsfeldern und (c) unzureichende Methoden zur optimalen Einbindung von Beobachtungen in Vorhersagemodelle. Es ist Ziel von COPS, die Vorhersagequalität von orographisch induzierten Niederschlägen durch 4-dimensionale Messungen und durch Modellierung der Prozessabläufe zu verbessern. Es ist Ziel von TRACKS, Datensätze zur Optimierung von Modellen des konvektiven Transports von Spurenstoffen zu gewinnen.
Die Probleme werden mit folgenden Verfahren bearbeitet:
Flugzeuggebundene Plattformen für COPS und TRACKS:
Messzeitraum: 1. Juni - 31. August 2007
Messgebiet: Südwest-Deutschland und Ost-Frankreich
Hochaufgelöste Messungen überdecken den gesamten Lebenszyklus des Niederschlags und beinhalten die Messung von Schlüssel-Prozessen wie der Konvektionsauslösung und der Wolkenbildung.
Nutzung von Synergieeffekten durch hochentwickelte Fernerkundungsverfahren
Es werden hochentwickelte Fernerkundungsverfahren (z.B. scannende Lidar- und Radar-Geräte) genutzt, um die Prozesse vor, während und nach dem Auftreten konvektiver Ereignisse zu erforschen. Diese Prozesse werden unter orographisch und synoptisch geprägten Bedingungen vermessen. Die Daten werden gleichfalls zur Assimilation in Modelle (sowohl operationell als auch zu Forschungszwecken) sowie zur COPS Missionsplanung genutzt. Für weitergehende Fallstudien werden sie in der Datenbank des World Data Center for Climate (Hamburg) archiviert.
Links:
Offizielle Webseite bei der Universitaet Bonn (Koordination): http://www.meteo.uni-bonn.de/projekte/SPPMeteo/.
COPS Projektbüro: http://www.uni-hohenheim.de/spp-iop/
COPS Operationszentrum: http://www.cops2007.de/
The Central region of COPS (WMV-Film, 55MB)