Zu viel und doch nicht genug Wasser (HydroExtremes)
- Ansprechperson:
Dr. S. Mohr, Dr. U. Scherer, Prof. Dr. H. Kunstmann, Prof. Dr. Knippertz
- Förderung:
Helmholtz-Forum Erde und Umwelt
- Projektbeteiligte:
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Forschungszentrum Jülich (FZJ), Helmholtz-Zentrum Hereon / Climate Service Center Germany (GERICS), Alfred-Wegener-Institut (AWI) Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
- Starttermin:
2025
- Endtermin:
2026
Hydrometeorologische Extremereignisse wie Überschwemmungen, Hitzewellen und Dürren nehmen weltweit an Intensität und Häufigkeit zu. Diese Entwicklungen stellen eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar, da sie Gesundheit, Infrastruktur, Ökosysteme sowie wirtschaftliche Stabilität bedrohen. Das Projekt HydroExtremes des Helmholtz-Forums Erde und Umwelt (ehemals SynCom) im Helmholtz-Forschungsbereich E&E adressiert diese Herausforderung durch die Bündelung von Expertise und die Stärkung inter- und transdisziplinärer Netzwerke innerhalb der Wasserforsschung in der Helmholtz-Gemeinschaft.
Ziel des Projekts ist es, Forschungsaktivitäten entlang der gesamten Prozesskette hydrometeorologischer Extreme zu synthetisieren – von atmosphärischen Auslösern über hydrologische Prozesse bis hin zu Auswirkungen und Schäden durch Hochwasser, Hitze oder Dürre. Ein besonderer methodischer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen zur Weiterentwicklung von Vorhersage- und Analysewerkzeugen in Meteorologie, Hydrologie und Hydrodynamik. Darüber hinaus verfolgt das Projekt einen transdisziplinären Ansatz, indem es den Dialog mit Entscheidungsträgern und weiteren gesellschaftlichen Akteuren aus der Praxis geht.
Im Projektverlauf wurden mehrere zentrale Aktivitäten umgesetzt:
- Kick-off Workshop (15. Januar 2025, Fulda): Zum Projektstart wurden die zukünftigen Projektaktivitäten gemeinsam diskutiert und geschärft. Im Rahmen eines interaktiven World-Cafés wurden thematische Schwerpunkte definiert. Diskutiert wurden die hydro-meteorologische Prozesskette, der geplante Syntheseprozess sowie Ansätze zur Stakeholder-Integration.

- Synthese-Workshop (30. Juni – 1. Juli 2025, Karlsruhe): Rund 40 Forschende aus sechs Helmholtz-Zentren erarbeiteten eine systematische Übersicht über vorhandene Modelle und Datensätze zu hydrometeorologischen Extremen. Entlang der Prozesskette wurden Forschungslücken identifiziert, Kooperationspotenziale aufgezeigt und Strategien zur stärkeren Vernetzung insesonderer mit der Praxis und Entscheidungsträger:innen entwickelt.

- Synthesebericht: Aufbauend auf dem Workshop wird derzeit ein Bericht erarbeitet, der den aktuellen Stand von Modellen, Daten und Analyseansätzen innerhalb von Helmholtz E&E zusammenfasst. Ziel ist es, Wissenslücken zu identifizieren, Forschungsbedarfe abzuleiten und eine Grundlage für den Dialog mit Stakeholdern zu schaffen. Der Bericht adressiert zentrale Herausforderungen wie die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserkreislauf sowie die Notwendigkeit integrierter Managementansätze für Wasserüberschuss und -knappheit.
- Stakeholder-Workshop (14.–15. April 2026, Berlin): Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis diskutierten sektorübergreifend den Umgang mit hydrometeorologischen Extremen. Ziel des Workshops war es, den sektorübergreifenden Austausch zu stärken, zentrale Herausforderungen zu identifizieren und gemeinsame, praxisnahe Lösungsansätze weiterzuentwickeln (Bericht Forum, Bericht KIT).

HydroExtremes trägt wesentlich dazu bei, vorhandenes Wissen in der Wasserforschung zu bündeln und den Transfer in die Praxis zu stärken. Der Fokus liegt dabei auf hydrometeorologischen Extremereignissen. Langfristiges Ziel ist es, die Resilienz von Gesellschaft und Ökosystemen gegenüber diesen Risiken zu erhöhen.