Fünf Studierende der Météo-France absolvierten ihre Forschungspraktika am IMKTRO
In diesem Sommer absolvierten fünf Studierende der französischen Hochschule für Meteorologie (L’École Nationale de la Météorologie, ENM) von Météo-France in Toulouse, Frankreich, ein dreimonatiges Forschungspraktikum am IMKTRO. Die Praktika sind fester Bestandteil ihres Studienprogramms. Während ihres Forschungsaufenthalts waren die fünf Studierenden sowohl am Campus Nord als auch am Campus Süd tätig und erhielten Einblicke in aktuelle Forschungsthemen der Arbeitsgruppen Atmosphärische Risiken, Tropenmeteorologie sowie Mesoskalige Prozesse und Vorhersagbarkeit (Abb. 1). Alle Studierenden bearbeiteten eigenständige Forschungsprojekte, sammelten dabei praktische Erfahrungen und lernten die vielfältigen Forschungsaktivitäten am IMKTRO kennen.
bei der Summer-Party des IMKTRO im Juli 2026 gemeinsam mit ihren Betreuern Michael Kunz, Annika Oertel und Andreas Fink
Die Themen der einzelnen Projekte waren sehr divers und spiegelten das breite Spektrum an wissenschaftlichen Fragestellungen, Forschungsdaten und Forschungsmethoden des Instituts wider. Ein Projekt beschäftigte sich mit der Evaluierung von Ensemble-Niederschlagsvorhersagen auf sub-saisonaler Zeitskala für das südliche Afrika anhand von drei verschiedenen Vorhersagemodellen. Zwei weitere Projekte widmeten sich der Hagelforschung: Während in einem Projekt lokale Trends der Hagelgewitteraktivität untersucht wurden, analysierte das andere den Zusammenhang zwischen der Aktivität von Hagelgewittern und über die Tropopause hinausragenden Gewitterwolken („Overshooting Tops“), welche anhand von Satellitenbildern identifiziert werden. Zwei weitere Projekte kombinierten Lidarmessungen des KITcube, die während der NAWDIC-Messkampagne erhoben wurden, mit Daten operationeller Wettervorhersagemodelle. Im Mittelpunkt standen dabei die Untersuchung vertikaler Profile der Windgeschwindigkeit und der spezifischen Feuchte entlang eines Transekts vom Ozean zum Festland sowie die Evaluierung der Modelldaten. Darüber hinaus hatten die Praktikantinnen und Praktikanten die Gelegenheit, die Messinfrastruktur des KITcube kennenzulernen und an Gewitterbeobachtungen im Rahmen von „Storm-Chasing“ Aktivitäten im Gelände teilzunehmen (Abb. 2).
während des „Storm Chasings“ Schwarmsonden aufsteigen
Die Praktika boten den Studierenden die Möglichkeit, ihre meteorologischen Kenntnisse und technischen Fähigkeiten in einem internationalen Forschungsumfeld anzuwenden und zu erweitern sowie sich mit Forschenden unterschiedlicher Fachrichtungen auszutauschen. Gleichzeitig profitierten auch wir von ihren Perspektiven, Erfahrungen, ihrer Begeisterung für das Wetter und den anregenden wissenschaftlichen Diskussionen. Neben der Arbeit an ihren Forschungsprojekten nahmen die Studierenden an Institutsseminaren, den wöchentlichen Wetterbesprechungen und dem IMKTRO-Sommerfest teil (Abb. 1). Dadurch ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten, Kolleginnen und Kollegen auch außerhalb des Forschungsalltags kennenzulernen und einen Einblick in das soziale Leben am IMKTRO zu gewinnen.
Der dreimonatige Aufenthalt verdeutlichte den Wert des internationalen Austauschs und der Zusammenarbeit in der meteorologischen Ausbildung und Forschung sowie für die weitere Stärkung der Verbindungen zwischen Wetterdiensten und Forschungseinrichtungen. Für die Studierenden ebenso wie für ihre Betreuenden war der Besuch eine bereichernde und schöne Erfahrung. Wir hoffen, dass er den Grundstein für einen weiteren wissenschaftlichen und persönlichen Austausch in der Zukunft gelegt hat.
Annika Oertel, Jannick Fischer, Andreas Fink, Michael Kunz und Marlon Maranan